
Der SPD-Bundestagsabgeordnete Rolf Schwanitz hat sich mit dem Rektor des Studienzentums Plauen der privaten Diploma-Fachhochschule, Prof. Johannes Soukup, zu einem Meinungsaustausch getroffen. Hintergrund des Gespräches war die vom Vogtlandkreis und der Stadt Plauen beabsichtigte Stiftung zur Gründung einer privaten Freien Vogtländischen Universität Plauen. Schwanitz stellte hierzu unlängst öffentlich kritische Fragen. Soukup gilt als geistiger Vater dieser Gründungsidee.
Nicht einigen konnten sich beide Seiten über die Sinnhaftigkeit, im Vogtland eine private Universität mit öffentlichem Stiftungsgeld zu gründen. Für den SPD-Abgeordneten bleibt es äußerst zweifelhaft, ob ein Studienangebot, für das man mindestens zwischen vier- bis sechstausend Euro Studiengebühren im Jahr zahlen muss, für die vogtländische Jugend wirklich attraktiv ist.
Klar wurde beim Gespräch jedoch auch, dass die in den Ausschüssen des Vogtlandkreises und der Stadt Plauen zur Zeit beratene Kurzkonzeption einer Freien Vogtländischen Universität in wesentlichen Teilen nicht der eigentlichen Gründungsidee entspricht. Die Kurzkonzeption beschreibt die zu gründende Privat-Uni als Konkurrent zur Studienakademie Plauen. Soukup versicherte Schwanitz jedoch, es sei ausdrücklich kein zusätzlicher Bachelor-Studiengang geplant. Dieser wichtige Hinweis wird in der schriftlichen Konzeption jedoch nicht erwähnt. Die Pläne zielten stattdessen lediglich auf Einrichtung von drei Masterstudiengängen und auf ein Promotionsangebot am Standort. Deshalb sei auch, anders als in der Beratungsvorlage dargestellt, gerade nicht beabsichtigt, vogtländische Abiturienten durch die Aufnahme eines Erst-Studiums zu binden. Eine Konkurrenz zur Staatlichen Studienakademie Plauen wolle man ausdrücklich nicht.
Im Gespräch bedauerte Prof. Soukup, dass die Beratungs- und Beschlussvorlagen an diesem wichtigen Punkt fehlerhaft und widersprüchlich sind. Er hofft, dass dies sowohl im Stadtrat und im Kreistag vor der Beschlussfassung noch korrigiert werden kann. "Wir dürfen gegenüber Dresden kein falsches Signal setzen. Auch wenn ich die Verwendung von öffentlichem Geld für dieses Projekt noch immer ablehne, würde die Korrektur der Beschlussvorlagen wenigstens einige Irritationen beseitigen", so Schwanitz am Schluss des Gespräches.
5.6.2009