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Die Gründung der SDP stellte die Machtfrage in der DDR

Diskussion im Plauener Malzhaus

Am 10. Juni fand im Plauener Malzhaus eine spannende Diskussion zum Thema 20 Jahre Friedliche Revolution statt. Im Mittelpunkt des Abends stand die Gründung der Sozialdemokratischen Partei der DDR (SDP) am 7. Oktober 1989 und die Ereignisse in der Region. Auf Einladung der Friedrich-Ebert-Stiftung diskutierte der SPD-Bundestagsabgeordnete Rolf Schwanitz mit wichtigen Zeitzeugen. Mit dabei waren Markus Meckel, der vor 20 Jahren gemeinsam mit Martin Gutzeit den Anstoß zur Parteigründung gab, sowie Harald Seidel aus Greiz, der Mitgründer der SDP in Schwante war, und Hans-Joachim Wunderlich, der zur Gründergruppe der Partei in Plauen gehörte. Die Diskussion enthüllte interessante Details über die damaligen Ereignisse und wurde von den Zuhörern mit Spannung verfolgt. Einig war man sich über die singuläre Bedeutung der SDP-Gründung für die Friedliche Revolution. Anders als bei sonstigen Gruppen und Bewegungen der Opposition stellte die Gründung der SDP die Machtfrage im SED-Staat. Die SDP wurde deshalb von den Kommunisten auch als eigentlicher Gegner begriffen. Hans-Joachim Wunderlich erinnerte daran, dass die Abhöraktionen der Stasi sogar bis ins erste Büro der Plauener Sozialdemokraten reichten. Erinnert wurde auch an die besonderen Schwierigkeiten für die Sozialdemokraten als eine neue Partei, die vor Ort weder auf Personal noch Organisation zurückgreifen konnte. Unvergessen ist auch, dass viele Funktionäre der Blockparteien im Herbst 1989 noch das Lied von der Führungsrolle der SED sangen und wenige Wochen später ohne Skrupel die Sozialdemokraten als Kommunisten diffamierten. Solche Veranstaltungen sind wichtig, waren sich die Teilnehmer einig. Wir haben 1989 ein wichtiges Kapitel der Friedlichen Revolution geschrieben!

11.6.2009

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