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Neue Züricher Zeitung: Alle Fernstudienzentren der "Spiru Haret-Uni" geschlossen

Vor einigen Tagen erschienen in den vogtländischen Regionalzeitungen erste Artikel über einen Bildungsskandal an der rumänischen Spiru-Haret-Universität. Selbige hatte auf Vermittlung des FDP-Bundestagsabgeordneten Joachim Günther im Februar 2009 mit großer öffentlichen Ankündigung auch eine Außenstelle in Plauen gegründet.

Die renommierte Neue Züricher Zeitung (NZZ) hat zu diesem Bildungsskandal einen umfangreichen Artikel veröffentlicht, der auch online unter www.nzz.ch nachzulesen ist. Nach NZZ-online hat die Spiru-Haret gerade an ihren Außenstellen "Gelehrte am Fließband" produziert. Das Klientel dieser "Diplom-Fabriken" sind oft von staatlichen Universitäten abgewiesene Bewerber oder Berufstätige. Die Universität habe seit dem Jahr 2000 68 Masterprogramme aufgelegt, von denen allerdings nicht alle akkreditiert sind. Die Uni vergab danach auch an 92 Dozenten den Titel "Professor" bzw. "Privatdozent", wozu ihr Rektor nach Angaben des rumänischen Bildungsministeriums keine Berechtigung besaß. Als Skandal erweist sich auch die Form des Diplomerwerbs im Fernstudium. Das Fass zum Überlaufen brachte hierbei der Antrag der Spiru-Haret beim rumänischen Bildungsministerium auf staatliche Anerkennung von über 50.000 Diplomen für das Jahr 2008/09. Viele davon, so NZZ-online, waren im Fernstudium erworben worden und beruhten auf zu Hause ausgefüllten Multiple-Choice-Tests, die von Computern automatisch evaluiert wurden. Es hatte keinerlei Kontrolle oder Betreuung stattgefunden. Das Einzige, was der Studierende zu leisten hatte, war die Bezahlung der Studiengebühren und er erhielt das gewünschte Diplom. Nun tobt in Rumänien über das Treiben der Spiru-Haret eine politische und gerichtliche Auseinandersetzung. Alle in- und ausländischen Fernstudienzentren bleiben vorerst geschlossen, berichtete die NZZ.

Der seit einigen Jahren für die Stärkung der Studienakademie Plauen engagierte Bundestagsabgeordnete Rolf Schwanitz (SPD) warnte vor diesem Hintergrund eindringlich vor solch unseriösen Bildungsträgern: "Wenn sich die Stadt Plauen auf so etwas einlässt, dann ist der Hochschulstandort Vogtland beschädigt, bevor er richtig entstanden ist." Auch dieser Vorgang belegt laut Schwanitz, dass der weitere Ausbau der Staatlichen Studienakademie Plauen ohne Alternative ist.

15.10.2009

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