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Wir stehen vor einer zweiten Wende

Friedrich-Ebert-Stiftung diskutiert mit Rolf Schwanitz über Demografie

Dr. Hardo Kendschek, Dr. Lutz Behrens , Rolf Schwanitz und Uwe Täschner

v.l.n.r. Dr. Hardo Kendschek, Dr. Lutz Behrens , Rolf Schwanitz und Uwe Täschner

Unter dem Titel "Weniger, älter und trotzdem erfolgreich?" fand am 4. Oktober im Plauener Malzhaus ein Diskussionsabend mit dem Bundestagsabgeordneten Rolf Schwanitz, dem Demografie-Experten Dr. Hardo Kendschek und dem Plauener Bürgermeister Uwe Täschner statt. In seinem Einführungsvortrag provozierte Dr. Kendschek mit der These, die Lösung der demografischen Herausforderungen sei wie eine zweite "Wende" und spielte damit auf die friedliche Revolution 1989/90 an. Mit nüchternen Zahlen umschrieb der Geschäftsführer einer Leipziger Beratungsfirma die auf das Vogtland zukommenden Herausforderungen. Die über 20 Prozent weniger Erwerbstätigen im Jahr 2025, die steigende Abwanderung vom Land in die Städte und der zunehmende Fachkräftemangel sind aus seiner Sicht die zentralen Aspekte der demografischen Entwicklung. Rolf Schwanitz griff Kendscheks These auf und verwies als ehemaliger Bundesbeauftragter für Aufbau Ost (1998-2002) auf die politischen Herausforderungen Anfang der 1990er Jahre: "Der Umgang mit den Folgen der demografischen Entwicklung ist ein entscheidender Bestandteil zum Erhalt unseres ökonomischen Wohlstands". Die Stadt Plauen sei bereits auf die Herausforderungen vorbereitet, so Bürgermeister Täschner, der auf das Stadtentwicklungskonzept (Seko) 2022 hinwies. Mit dem Konzept will man auf neue Entwicklungen reagieren, eine Angebotsvielfalt der sogenannten "weichen Standortfaktoren" erhalten und auf den Geburtenrückgang reagieren. Täschner sieht Plauen mit der städtischen Familienhebamme und den umfangreichen Angeboten in der Kinder- und Jugendarbeit familienfreundlich aufgestellt. Am Ende der Veranstaltung waren sich die Teilnehmer einig, dass die Einkommensunterschiede zwischen Ost und West das zentrale Problem der Abwanderung junger Menschen sind. Rolf Schwanitz mahnte zu einem positiveren Umgang mit dem Querschnittsthema Demografie und forderte, dass das Vogtland als Region an seinem Image arbeiten muss, um die anstehenden Herausforderungen mit einem "Blick nach vorn" anzugehen.

5.10.2011

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